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![]() MY REPORT Promo-CDs for my radio show should be sent to: Norbert
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Assen liegt im Nordwesten der Niederlande und das Konzert findet im dortigen
Rekreatiecentrum "De Smelt" statt. Der Chlorgeruch des Schwimmbads stört nur
am Eingang, der Mangel an Toiletten jedoch stärker im Verlauf des Abends.
Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt am Veranstaltungsort. Johan Kleine
und seine Mitarbeiter stellen eine gute Auswahl zusammen und haben in der
Regel auch Technik und Zeitplan im Griff. Nach dem 11. Sept. beschlich
manchen die leise Ahnung, die Amis, die den Großteil der Musiker ausmachen,
könnten aus patriotischen oder anderen Gründen absagen. Glücklicherweise
cancellten nur Howe Gelb (bereits früher) und die Continental Drifters.
Wobei das "glücklicherweise" sich nicht auf die Bands bezieht. Man konnte
wohl eher froh sein, dass der Rest kam.
Weil ich kein Dogmatiker bin und weil ich die Band mag, ging ich rüber zur
Big-Rock-Arena und zu Blue Mountain. Ich hatte vor dem Konzert schon mit
Cary Hudson geredet und erfahren, dass er mit seiner neuen Band (demnächst
auch umbenannt, aber mit den gleichen Leuten wie in Assen) bereits für ein
neues Album geschrieben, geübt und auch aufgenommen hat, soll im März/April
erscheinen. Nachdem er mir von der 3. Led Zeppelin-Album (dem mit Sandy
Denny), Fairport Convention und Pentangle vorgeschwärmt hatte, war ich doch
überrascht, als bei dem Konzert nur ein alter Titel (Jimmy Carter) zu hören
war. Die englischen Folkeinflüsse waren nicht mehr zu erkennen, stattdessen
eine leichte Hinwendung zu Blues und Boogie und zum (quel surprise) Gospel.
Ich weiß nicht, ob Hudson religiös (geworden) ist, aber die beiden
Abschlusssongs, in denen er einen gewissen Lord pries, klangen recht
überzeugend. Insgesamt waren die Songs etwas kompakter als zum Beispiel das
live manchmal ausufernde Shady Grove. Und wenn ich auch keine Angst vor
einer Pleite gehabt hatte, so war mir doch etwas mulmig gewesen vor dem
Konzert: Ende der Band, Ende der Ehe, keine Laurie Stirrat mehr, erste und
Farewell-Tour in einem, da kann man schon mal denken, das wird jetzt ein
Schwanengesang. Iss nich! Ich denke, Blue Mountain wird unter anderem Namen
weiter rocken und das beste tun, was man machen kann: Roots nicht vergessen
und nach vorn schauen. In diesem Sinne: bewahr das kulturelle Erbe.

Ich hab nix gegen Songwriter, auch Mary Gauthier finde ich nicht schlecht,
aber am schönsten ist's, wenn diese Leute das gewisse Alter haben, wenn ihre
Pausen spannender sind als bei anderen die Musik: Ich spreche von Eric
Tylor: der für mich beeindruckendsten Erscheinung des Festivals. Ich fand
seine CD Scuffletown bereits überzeugend, aber der Liveauftritt war noch mal
ne Klasse für sich. Es gibt ja ne Menge blöde Sprüche über Texaner: Jimmy
LaFave sagt: Frag einen Menschen nie, woher er kommt. Kommt er aus Texas,
wirst du's merken. Kommt er nicht aus Texas, warum sollte man ihn in
Verlegenheit bringen. Ich merk nicht ob Taylor aus Texas kommt; wenn er
"Going back to Texas" singt, weiß man, für jeden mag's was geben, wohin er
gern gehen möchte, wo er selbst sein kann. Seine Songs auf Scuffletown sind
zum großen Teil Geschichten von Menschen, die seine oft sarkastische
Weltsicht verdeutlichen können. Ein Townes van Zandt-Cover (Nothing) als
Abschluss war passend.
Schön ist ja, wenn man positiv überrascht wird. Ich hatte am Tag zuvor eine
recht negative Besprechung zu Josh Rouse gelesen, kenne seine Aufnahmen
nicht und hatte daher keine übertriebenen Erwartungen, um es freundlich
auszudrücken. Der Mann hat Melodien im Kopf, der Mann kann mit seiner Stimme
was anfangen und besitzt großartiges musikalisches Gesprür.
Sowohl in Songauswahl als auch in der Intonation war er seinem Nachfolger im
Programm deutlich überlegen. Kevin Montgomery trat mit der Legende Al
Perkins auf, einem Mann, der von Eagles über CSN&Y zu Dylan und Emmylou
alles begleitet hat, was Rang und Namen hat. Al Perkins spielte Dobro und
erklärte in einer vhs-mäßigen Einlage nicht nur das Gerät, sondern stellte
auch noch einige Spielweisen (Bluegrass, Blues) beispielhaft vor. Ohne Al
Perkins wäre Kevin Montgomery ein wenig öde gewesen, mir geht vor allem die
gepresste, nölige Stimme auf den Keks. De Mann kann singen, warum tut er's
dann nicht? Die Songs waren ok, hatte aber nicht die Melodien, die wir nun
von Josh Rouse gewohnt waren.
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